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Einsatz für mehrere Übersetzungsaufträge

Das vom Übersetzer erstellte Textmaterial ist zusammen mit den Ausgangstexten eine wertvolle Informationsquelle für spätere Übersetzungen. Wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben, kann das Material mit einem Translation Memory genutzt werden. Darüber hinaus ermöglichen Concordancer und Terminologie-Extraktion einen tieferen Einblick in die getroffenen Übersetzungsentscheidungen. Diese wertvolle Ressource möchte ein Übersetzer natürlich auch für spätere Übersetzungsaufträge nutzen.

Das Textmaterial sollte mindestens nach Auftraggeber und Textsorte geordnet archiviert werden, damit bei späteren Aufträgen das zu verwendende Material passend eingeschränkt werden kann. Z.B. kann die verwendete Terminologie in der Ausgangs- und/oder Zielsprache zwischen einzelnen Auftraggebern so sehr abweichen, dass die Verwendung keinen Nutzen bringt. Die Textsortenbeschränkung kann Sinn machen, um nicht beim Korrekturlesen darauf achten zu müssen, ob das Translation Memory womöglich Material eingesetzt hat, dessen sprachliche Merkmale von den Textkonventionen des zu übersetzenden Textes abweichen, oder um die Suche nach relevanten Informationen dadurch zu beschleunigen, dass Texte, von denen keine Suchergebnisse erwartet werden, von der Suche ausgeschlossen werden.

Der Nutzung der Texte stehen aber häufig die Wünsche des Auftraggebers im Wege. Bei Dokumenten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, kann leicht nachvollzogen werden, warum sie nach der Fertigstellung des Auftrags nicht beim Übersetzer verbleiben sollen. Die Richtlinien für den Umgang mit betriebsinternen Dokumenten werden oft reflexartig auch auf solche Dokumente angewendet, die öffentlich zugänglich sind, wie z.B. Bedienungsanleitungen. Vielleicht spielt aber auch die Angst davor eine Rolle, dass ein Fremder, womöglich ein Konkurrent, von der bezahlten Leistung profitieren könnte.

Andererseits kann der Auftraggeber dem Übersetzer selbst Textmaterial zur Verfügung stellen. Im Falle der Verwendung mit einem Translation Memory bedeudet dies in der Regel, dass die Zuordnung der Sätze von Ausgangs- und Zieltext erneut aufgebaut werden muss, da nur die Texte nicht jedoch das bei der Übersetzung benutzte TM vorhanden sind oder da gar kein Translation Memory eingesetzt wurde. Aus ökonomischen Gründen muss der Übersetzer bei sehr großen Textbeständen eine Auswahl von Texten treffen, die ins Translation Memory eingespielt werden. Anders sieht die Situation aus, wenn beim Auftraggeber zusätzlich zu den Dokumenten auch eine Repräsentation der Zuordnung vorhanden ist.


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